Buchtipp: „Letzte Reisen – Wie Sterbende mich lehrten, was es heißt zu leben“


In unserer Reihe mit Buchtipps, schreibt heute Ulli Grünewald, die Referentin unseres Vereins.
Wenn Sie auch Anregungen zu Büchern haben, die sich mit Sterben, Abschied und Tod befassen, so schreiben Sie gerne an: newsletter@sibilla-hospiz.de.


„Letzte Reisen – Wie Sterbende mich lehrten, was es heißt zu leben“

verfasst von Ilka Piepgras, erschienen bei Droemer-Knaur, ISBN: 978-3-426-30129-6

„Ich habe das Buch geschrieben, welches ich vorher gerne gelesen hätte“, erzählt Ilka Piepgras über ihre Beweggründe, sich in der Mitte des Lebens aktiv mit den scheinbaren Tabuthemen „Sterben“ und „Tod“ auseinanderzusetzen.

Als Journalistin und Redakteurin des ZEITmagazins mit aufwendigen, fokussierten Recherchen im Alltag vertraut, scheitert sie, wie sie selber sagt, als sich in ihrer Nachbarschaft ein plötzlicher Todesfall ereignet und ihr niemand erklären kann, wie sie mit diesem viel zu frühen Tod umgehen soll. Kein Buch, kein Internet, kein Forum hilft ihr tiefergründig zu begreifen, zu verstehen. Der Tod bleibt für sie abstrakt und sie gewinnt zunehmend die Erkenntnis, ihm erst nahe kommen zu müssen, damit er seinen Schrecken verliert. Die Ausbildung zur ehrenamtlichen Sterbebegleiterin in einem Berliner Hospiz wird für die Mutter zweier Kinder zu einem großartigen Wendepunkt – nicht nur das Sterben und den Tod aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, sondern auch die Sicht auf das Leben zu hinterfragen. Und sie wird der Grundstein für ihr Buch „Wie ich einmal auszog, den Tod kennenzulernen, und dabei eine Menge über das Leben erfuhr“.

Und in der Tat ist es Ilka Piepgras mit einem sehr persönlichen Buch über das Leben, das Sterben und sich selbst wunderbar gelungen, dem Tod näher zu kommen und ihm, zumindest für den Moment des Lesens, seinen Schrecken zu nehmen. In all den Geschichten, mit all den Menschen, denen sie als Sterbebegleiterin näher gekommen ist und die sie begleitet hat, bekommen das Leben und das Sterben ganz unterschiedliche Facetten – nicht nur traurige, sondern auch fröhliche, erheiternde…

(Das Buch hatte in einer früheren Auflage einen anderen Titel: „Wie ich einmal auszog, den Tod kennenzulernen, und dabei eine Menge über das Leben erfuhr“)

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